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Franziska.ch > Jakobsweg > Frankreich > 3. Mai Eauze - Nogaro



"4 1/2 Stunden gereimt. Was mache ich nur mit all diesen Versen? Verschicken ist komisch, ich glaub nicht, dass jemand was damit anfangen kann. Aber für mich ist es ein guter Zeitvertrieb und sie bringen mich zum lachen.

Herzige kleine Gite hier, ganz nette Leute. Also, eigentlich ist nur der ältere Mann von gestern hier und ein junger Franzose, der hier vorübergehend wohnt. Mit ihm hab’ ich mich grad eine weile unterhalten und er hat mit mir seine Schoggi geteilt, ganz lieb!
Nebenan hat es einen kleinen Flugplatz, da hab ich eine weile dem Helikopter zugeschaut, der eine Gruppe Frauen, eine nach der anderen, eine Viertelstunde rumflog. Natürlich wäre ich auch ganz gerne an der Reihe gewesen. Stattdessen hab ich dann mal langsam meine Nüdeli gekocht.

Heute Nachmiittag habe ich meinen Haushalt erledigt. Naja, ich dachte mir, dass nach eineinhalb Monaten etwas putzen nicht schlecht wäre. Weil’s morgen in der Stadt einen Waschsalon hat, habe ich nur das stinkende und von Schweiss triefende T-shirt gewaschen, und auch die Schuhe. Hab sie auseinander genommen und geschrubbt, die Bändel gewaschen und an der Sonne getrocknet. Dann hab ich den Rucksack ausgeräumt, unnützes weggeworfen, ein Packet zum schicken gebündelt und ihn tüchtig ausgeschüttelt. Er war gar nicht so dreckig. Sogar mein Täschchen habe ich ausgeräumt und geputzt.
Das bedeutet, dass es morgen wieder Katzen regnen wird und eine riesen Schlammschlacht gibt. Alles andere wäre ja nicht normal. Das sind die Lehren des Weges und so muss es sein. Es muss einem nämlich egal sein, in die Scheisse zu treten und durchnässt zu sein. Und das ist es mir auch ziemlich. Naja, ich würde lügen, wenn ich behaupte, die Sonne nicht doch vorzuziehen.

So, ich glaube, ich gehe ins Bett noch eine weile lesen. Das Buch gefällt mir also doch noch recht gut. Eine lebendige Geschichte, ziemlich menschlich geschrieben, das gefällt mir. Und zwischendurch steht sogar was gescheites, das ich mir während des Laufens durch den Kopf gehen lassen kann. Es stellt mich auf. Yupi!"