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Franziska.ch > Jakobsweg > Frankreich > 7. April Grésin - Vallencogne
ATTENTION
DANGER





"Ja, hier bin ich, sitze vor der Hütte, lasse mir die Sonne an den Kopf scheinen und geniesse mein lang ersehntes Coci light.

In der Nacht hatte ich also recht gut schlafen können, und heute morgen gings mir, abgesehen vom Schnudder, schon wieder viel besser. Ich glaube, das liegt nur am Wetter. Heute wars näHmlich wieder wunderschön, also, ist es immernoch! Wenn kein kühler Wind gehen würde, sähe man mich schon im T-shirt rumlaufen, echt warm.

Heute morgen habe ich in St.Genix sur Guiers wieder mal etwas Balast nach hause geschickt. Hab keine Lust, immer so viel zu schleppen. Es waren aber nur 1,8 Kilos.

Am laufen hatte ich heute trotz des super Wetters nicht sehr freude. Hatte einfach keine Lust, die ganze Zeit die Hügel hinauf und hinunter zu laufen. Am Mittag in les Abrets hatte ich dann Kopfschmerzen und es schiss mich ziemlich an. Eigentlich ja schon seit zwei, drei Tagen. Hab irgendwie keine Lust mehr und möchte nach hause. Jedenfalls habe ich mich dann eine weile nach dem Mittag weinend auf einer Strasse sitzend gefunden. Es war wiedermal soweit. Manchmal mag ich einfach nicht mehr, und dann weint es. Wenn ich zu weinen anfange, bin ich meistens verzweifelt. Aber es geht meistens auch nicht lange, bis ich merke, was los ist. Der französische Jakobsweg scheint mir bis jetzt sehr zielorientiert. Und das geht bei mir nicht, weil mich dann das laufen nervt. Jedenfalls habe ich gedacht: O.K. wenn du willst, geh nach hause. Es ist jetzt kein Problem mehr. Aber anstatt dann da rumzusitzen könntest du ja noch so lange etwas in Frankreich rumspazieren, und zwar so, wie's dir passt. Dann gings schon etwas besser. Dann hab ich noch gedacht, dass es eigentlich nicht darauf ankommt, ob ich rauche oder nicht. Seit ich letzten Sonntag mein Fazit über Alkoholkonsum erstellt habe, liegt mir das mit dem rauchen sowiso auf dem Magen, denn es geht ja um's selbe. Beim rauchen ist es einfach schwieriger, der Tatsache ins Auge zu schauen, denn dann muss man Konsequenzen ziehen, und das braucht Mut. Aber ich habe ja Zeit und es kommt wirklich nicht drauf an, auch wenn ich eine weile hässig bin, oder wieder dicker werde. Bei der nächsten Wegkreuzung habe ich meine Zigaretten mit Steinen vergraben. Lustigerweise hängt an dem Baum ein Schild ATTENTION DANGER. Das finde ich passend. Jedenfalls habe ich mein rauchen da gelassen. Wenn ich es wieder möchte, kann ich es ja wieder holen.
Und seither gehts mir blendend und ich freue mich auf meinen ersten Salat seit langem.

Ja, der war wirklich grossartig, hab schon fast die Tafel Schokolade bereut, die ich vorher gegessen habe.
Voeher war ich schnell telefonieren. Hab die Unterkunft für morgen und Sonntag organisiert. Das schien mir wichtig, bis jetzt bin ich noch nie an Wochenenden gelaufen. Aber jetzt habe ich ja keinen Grund mehr, zu pausieren.
Dann habe ich noch Beni angerufen. Ich habe gesagt, dass ich eben schluss machen möchte. Ja, viel konnte er da nicht mehr sagen. Jetzt hab ich's also erledigt und das passt mir."