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Franziska.ch > Jakobsweg > Frankreich > 9. April St.Hillaire - Revel Tourdan





"So, das war wiedermal fast ein 7-stünder heute. Das Wetter war nicht sehr gut heute und gegen abend fing es auch noch etwas zu regnen an. Aber eben, laufe hald.

Irgendwie geht es mir nicht sehr gut, aber warum weiss ich nicht. Bin einfach traurig und könnte eigentlich jeden Augenblick über irgendetwas weinen. Was mich manchmal stresst ist, dass ich immernoch keine Ahnung habe, was ich mal machen könnte. Ich glaube, ich habe Angst, dass es so bleibt und ich einfach nichts finde. Ein wenig geht es mir ähnlich wie als ich gerne gestorben wäre. Traurig.
Ich muss aufhören, mir Gedanken darüber zu machen, was später sein wird. Aber das ist nicht einfach und manchmal halte ich es auch nicht aus.
Diese grosse Traurigkeit, die ich manchmal fühle, sie liegt nahe beim Glücklichsein. Ich könnte sie verwechseln, sie fliessen auch oft ineinander.
Die Trauer stört mich nicht, ich frage mich nur manchmal, woher sie kommt. Gehört wohl auch einfach dazu, wie das Glück. Ist es denn nicht so, dass je stärker ich das eine empfinde, umso mehr empfinde ich auch das andere? Das hat hald die Empfindlichkeit an sich, und da kann man nicht wählen, ob schön oder weniger.
Das Problem ist nur, dass man die weniger schönen Gefühle weg habe will. So kommt man in einen Stress, man überlegt, was man ändern könnte. Leider lässt sich aber nichts ändern und das wiederum bringt noch schlechtere Laune. Und so weiter.
Komisch, bei den schönen Gefühlen überlegt man sich ja auch nicht, was jetzt wieder falsch läuft mit einem, und wie man sie weg bringen könnte. Aber warum denn bei den schlechten? Sie gehören doch genau so dazu, ohne ginge es nicht.
O.K. ich werde also nach dem Z’nacht einfach eine Weile weinen.

Ich glaube, was ich so erlebe ist einfach zuviel für mich, manchmal. Ich kann ja nicht mal sagen was und warum. Einfach das Leben, in jeder seiner kleinen Einzelheit ist so beeindruckend, dass es mich eben mit so viel erfüllt, dass ich manchmal überglücklich und manchmal weinend vor Überforderung darauf reagiere. Manchmal wünsche ich mir etwas mehr Leichtigkeit. Und manchmal eine Zigarette.

Das schöne Bild hat mir Clémentine gemalt."