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Franziska.ch > Jakobsweg > Frankreich > 11. April Clonas sur Varèze - Bourg Argental





"Ja! Jetzt habe ich’s endlich mal geschafft, meine Etappe so zu planen, dass ich mal am Abend in einem Städtchen bin. Und jetzt war ich auch schon recht froh drum, denn hier hat es einen Schuhladen. Nein, kaufe mir sicher keine neuen, wo die langsam eingelaufen sind. Aber kaputt habe ich sie gemacht! Ich habe sie nämlich, weil sie so nass waren, während ich ein paar Sachen wusch, auf diese komische Gasheizung gelegt. Es hat schon komisch gerochen, aber daran bin ich ja gewohnt und im übrigen waren meine heutigen Fürze um einiges beleidigender! Jedenfalls ist innen die Sohle von der Hitze zusammengeschrumpft. So ein Glück auch, dass ich gerade heute einen Schuhladen im Dörfchen habe, da konnte ich näHmlich neue Einlagen kaufen. Aber scheisst mich schon an, diese winzigen Unterschiede werde ich ziemlich sicher recht merken.

Also, gestern habe ich im Fall ganz gut geschlafen, in dem Wohnwagen. Es war auch gar nicht so kalt, aber vor allem habe ich gestern voll gut gegessen! Einen Salat, das können aber die Franzosen nicht so gut wie wir, und wiedermal ein richtig schönes Fleisch. Mmh, Schmatz, mampf, hab grad wieder Hunger. Den Dessert hat mir die liebe Frau dann spendiert. Das war hald etwas teuer, aber die Übernachtung hat ja nur 50 F gekostet und heute morgen musste ich zuerst mal 1 1/2 Stunden nach Chavavay laufen, um frühstücken zu können. Heute, weil ich eine Riesenetappe vor mir glaubte, ging ich schon um halb acht los. In Chavanay musste ich eben ein paar Sachen einkaufen, was essen und Geld holen. Nach einer Stunde gings wieder los.

Um halb zwei hatte ich knapp mein Rüebli fertig gegessen und mich vom Geissenkäse trennen können, als es richtig zu regnen anfing. Innert fünf Minuten war ich durchnässt, vor allem meine Hose. Das fand ich ziemlich ärgerlich und den Puncho fand ich auch nicht mehr so gut. Werde den Transa vielleicht mal anrufen und fragen, was das soll. Nach einer Stunde schien die Sonne ganz warm und nach noch einer Stunde war die Hose schon wieder praktisch trocken. Ja, heute war irgendwie ein guter Tag, hat mir gepasst. Ich habe mich gestern auf einen voll anstrengenden Marsch gefasst gemacht, und so war ich heute etwas erleichtert. Warum mache ich mir immer Sorgen, mein Abendziel zu erreichen? Ich laufe nämlich echt gut. Hab’ heute für ca. 34 Kilometer, und wohlgemerkt recht hügelig, nur etwas mehr als 7 Stunden gebraucht, gerechnet habe ich mit etwa neun.

Wie gesagt ist die Landschaft wieder etwas anders. Bin auch wieder in einem anderen Departement, de la Loire. Hier ist es grad recht bergig und morgen muss ich dann auf mehr als 1000 Meter, hoffentlich hat’s keinen Schnee mehr! Nein, das glaube ich nicht, es ist ja schon so warm. Bin ich denn schon so weit im Süden? Oder wird es auch zu Hause wärmer? Mir fallen die blühenden Bäume und Blumen auf, und ich denke, dass die Vegetation hier schon etwas weiter ist als in der Schweiz. Aber vielleicht sieht es ja mittlerweile da auch schon so aus wie hier. Ich weiss es nicht. Ich bin auch erst zwei, drei Tage weg.
Shit, jetzt hab’ ich grad den Wetterbericht gesehen: Regen und die Schneefallgrenze sinkt auf 1000 Meter!

Mmh, die mesten einem hier! Aber von diesen stinkigen Käsen bekomme ich glaub’ nie genug! Und jetzt ab ins Bett!"