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Franziska.ch > Jakobsweg > Schweiz > 14. März St.Gallen - St.Peterzell






"Heute morgen um viertel nach acht bin ich also beim Marktplatz losgelaufen und habe mir zuerst mal einen Stempel vom Kloster St.Gallen geholt. Ich bin dann durch die Stadt nach Bruggen und von da zum Gübsensee gelaufen. Da gings dann aufwärts nach Herisau. Gleich beim Dorfeingang hab' ich mich das erste Mal verlaufen. Die Wegweiser standen auch mega blöd da und der Führer wusste auch nichts genaues. Da bin ich also auf den falschen Hügel gestiegen, was mich fast eine halbe Stunde Zeit und vor allem viel Energie gekostet hat. Im Spital habe ich Daniela mit ihrem Baby besucht und 1 1/4 Stunden Mittagspause gemacht.
Nach Herisau gings wieder die Hügel hinauf in Richtung Schwellbrunn. Die Strecke war recht anstrengend, das ewige auf und ab und der kalte Wind. Oberhalb Schönengrund hab' ich dann wieder eine halbstündige Verpflegungspause gebraucht. Ich war schon so müde, dass ich Wattwil als Tagesziel vergessen konnte. Ich freute mich, endlich in St.Peterzell eine Unterkunft zu suchen, aber da es regnete und ich den Hut tief im Gesicht hatte, muss ich den entscheidenden Wegweiser übersehen haben. Ich machte also den 2. Umweg nach Dicken.
Ich war schon so kapputt und meine Füsse taten mir so weh, dass ich dachte, den einstündigen Marsch auf der Teerstrasse nicht zu überleben. Um fünf Uhr bin ich dann doch hier angekommen und habe ein Zimmer gemietet. 60 Frankrn mit Frühstück im "Schäfle". Das find ich recht viel, aber die anderen zwei Hotels haben heute Ruhetag!
Des Rucksacks entledigt untersuchte ich erst mal meine Schäden. Die Füsse schmerzen zwar elendiglich, Blasen sind aber nur ein paar kleine zu finden. Der Rücken hat sich glaub schon wieder von der Last erholt, die Beckenknochen werden aber wahrscheinlich blau werden. Und mein Knie, das spinnt irgendwie. Beim Beugen fühlt es sich so rostig an und tut voll weh. Geschwollen ist es jetzt auch noch.

So, jetzt aber fertig mit dem wehleidigen Getue, ich bin einfach müde und habe den Aufwand etwas unterschätzt. Hoffentlich werde ich mich ein bisschen daran gewöhnen. Ich bin also etwa 6 1/2 Stunden gelaufen heute und abgesehen von den Umwegen, die mich mega genervt haben, und den paar Sachen, die mir weh tun, bin ich recht zufrieden. Ich hoffe, dass es morgen nicht zu fest schneit und freue mich auf den weiteren Weg."

Zum Bild: Das ist eine Jakobsmuschel. Als die Leute früher nach Santiago gepilgert sind, haben sie da am Strand diese komischen Schalen gefunden. Weil es sie zuhause nicht gab, nahmen sie sie mit. So wurde die Muschel zum Pilgerabzeichen und heute trägt jeder eine mit sich am Rucksack, um den Hals oder sonstwo.