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Franziska.ch > Jakobsweg > Schweiz > 16. März Rapperswil > Einsiedeln








"Hab' also über Pfäffikon, den Etzelpass und die Tüfelsbrugg mein erstes grosses Etappenziel, Einsiedeln, erreicht und bin jetzt noch eine Stunde weiter nach Trachslau gelaufen.

Heute hat es den ganzen Tag geschneit, und zwar recht. Die vielen Teerstrassen haben sich nich günstig auf meine Knie ausgewirkt, dafür ging es den Füssen heute besser. Den Berg hinauf zum Etzel hab' ich zugeben müssen, dass ich vielleicht ein bisschen zu früh unterwegs bin. Ich kam mir vor wie im tiefsten Winter, halt, ist es ja auch! Zudem war ich heute überhaupt nicht fit, weil ich gestern ans Limit ging. Der Salat ist da.
Die heutige Etappe war so mühsam, dass ich gerne zu Hause gewesen wäre. Alles war nass und kalt. Als ich meinen Puncho anzog, musste ich erstmal eine Weile lachen. Ich muss ausgesehen haben wie ein unförmiger blauer Dinosaurier. Aber er ist also sehr praktisch, wie ein Zelt. Und meine Schuhe, ja sogar die Hosen wurden heute wiedermal sauber.
Ja, das Kloster Einsiedeln, sehr imposant. Bin rein gegangen und musste grad weinen. Hab' mir dann den Stempel geholt, mich über Unterkünfte informiert, eins gezogen und VoltarenCreme für die Knie gekauft.
Oh, bei meinem gestrigen Fazit über das Unterwegs sein muss ich heute noch hinzufügen, dass manchmal die Unterkunft schon besetzt ist. Ich bin näHmlich weiter bis zum Frauenkloster Au gegangen, wo ich gerne übernachtet hätte. Wegen Umbaus waren aber alle Zimmer besetzt und ich musste weiter. Gott sei Dank habe ich mich aber gut informiert und hier noch ein Zimmer bei den netten Leuten (weiss nicht mal wie sie heissen) gefunden. Jetzt ist meine Strecke morgen auch schon eine Stunde kürzer.

Heute bin ich mal nicht bis fast zumUmfallen gelaufen und das ist gut so, wollte mich ja heute auch ein wenig erholen. Morgen muss ich wieder über einen Berg. Und wenigstens bin ich heute keinem einzigen Hund begegnet!

Dass man in der Kirche nicht essen darf, habe ich ja schon lange gewusst. Als ich näHmlich mal bei einem sonntäglichen Kirchgang vergessen habe, den Kaugummi rauszunehmen, hat mir Herr Hasler fast eins an die Ohren gehauen. Heute bin ich aber auf dem Etzel in die St.Meinrad Kapelle gegangen. Ich musste mich vom Wind und vom Schnee schützen, mich erholen und mal was essen. Ein Wenig hatte ich also schon ein schlechtes Gewissen, aber dann hab' ich mir gedacht, dass der liebe Gott sicher nichts dagegen hat, sondern meine Lage versteht.
Heute bin ich um viertel nach neun losgelaufen, 20 Minuten auf dem Etzel und 1 1/2 Stunden in Einsiedeln Pause gemacht. Das macht für heute also 6 Stunden Arbeit."