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Franziska.ch > Jakobsweg > Schweiz > 20. März Schachen - Willisau


"Jetzt war ich grad in der Heiligblutkirche, hier in Willisau. Da soll im Jahr 1302 ein gewisser Ulrich Schröter beim Jassen verloren haben und daraufhin mit seinem Dolch den Jesus verflucht haben. Blut tropfte vom Himmel und den Ulrich kam der Teufel holen. Seine zwei Spielgefährten versuchten vergebens das Blut vom Tisch zu waschen, begannen zu streiten und brachten sich wahrscheinlich gegenseitig um. Mit dem Blut schrieb ein Pfarrer irgendwas und daraufhin wurde an diesem Ort eben diese Kirche gebaut.
Was sagt uns das jetzt? Beim jassen kann man verlieren.

Heute war ein wunderschöner Tag! Die Sonne schien die ganze Zeit und ich genoss das wandern durch diese sanft hügelige Landschaft. Grosspapi brachte mich über Umwege nach Schachen. Er fuhr den halben Weg ab, damit ich schon sah, wo ich dann durchlaufen musste. Ich ging dann nach Werthenstein und holte in diesem schönen Kloster auf dem Hügel einen Stempel. Die liebe Frau gab mir eine gesegnete Christopherus-Plakette und ich schrieb mich als erste in diesem Jahrtausend ins Gästebuch ein. Kurz nach Werthenstein machte ich auch schon den ersten 1/2-stündigen Umweg. War grad mit einem zähnefletschenden Köter beschäftigt und muss den Wegweiser übersehen haben. Dieser Umweg hatte aber den Vorteil, dass ich einen gutenStock fand, mit dem ich mir den Rest des Tages Respekt verschaffte. Ich kam dann nach Buholz und kurz vor Geiss machte ich eine Mittagspause. Da verband ich, auf Rat meiner Mami, mal eins meiner Knie. Wenn's näHmlich nur ein bisschen abwärts geht muss ich fast schreien. Der Verband stützte ein wenig und das war gut. Also habe ich mir vorhin in der Apotheke so eine Art Sportbandage gekauft, das bringt glaub' schon was. Nach Geiss bin ich dann schon wieder vom Jakobsweg abgekommen, war wiedermal saublöd beschildert. Aber auch dieser Umweg hatte was Gutes, hab'näHmlich ein paar Hasen und Rehe gesehen, das war hübsch.

Hier in Willisau habe ich mich erstmal auf der Information über Übernachtungen erkundigt. Bin dann durch's wunderschöne Zentrum auf einen Hügel zur ganzen Schul- und Sportanlage gelaufen. Jetzt übernachte ich in einem Schwimmbad, oder einem Luftschutzkeller, oder einem Millitärlager. So eine Mischung von allem. Jedenfalls ein fensterloser Betonraum mit Millitärpritschen. Aber günstig, mir freiem Eintritt ins Schwimmbad (zum duschen) nur 15 Franken. Dafür sitze ich jetzt in einem Pub, leiste mir zwei Cola light und warte, bis ich irgendwo was essen gehrn kann. So eine richtige Heavy Metall Bar hier! Nachher gehe ich noch eine weile schwimmen.

Oh, fast vergessen, heute bin ich 5 1/2 Stunden gelaufen. Nur, bin gar nicht so müde.

Aber jetzt, bin noch ganz langsam fast einen Kilometer geschwommen."